14. Jan 2026
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Wir haben eine klare Haltung bei Grenzverletzungen und deren Prävention

In der Stiftung Schürmatt ist der Schutz der persönlichen Integrität von grösster Bedeutung.

Jeder Mensch hat seine eigenen Grenzen – und es ist unsere Aufgabe, diese zu achten und zu wahren. Besonders bei Menschen mit Beeinträchtigungen ist es wichtig, aufmerksam zu sein, um diese Grenzen zu erkennen und richtig zu deuten.

Die Stiftung Schürmatt verfolgt eine klare Null-Toleranz-Politik und bekennt sich zur Charta zur Prävention von sexueller Ausbeutung, Missbrauch und anderen Grenzverletzungen. Wir leben eine Kultur des Hinschauens – auch bei kleinen Grenzverletzungen. Unser Ziel ist es, für alle Menschen einen respektvollen und sicheren Rahmen zu schaffen.

Die Stiftung Schürmatt verfügt über ein Präventionskonzept. Darin ist klar das Vorgehen bei einer Grenzverletzung geregelt.

Wir leben eine Kultur des Hinschauens – auch bei kleinen Grenzverletzungen.

Schlüsselrolle der Mitarbeitenden

Bereits bei der Anstellung verpflichten sich die Mitarbeitenden, sich aktiv an der Realisierung der Null-Toleranz-Politik zu beteiligen. Die Einreichung eines Strafregister- und Sonderprivatauszuges ist die Voraussetzung einer Anstellung. Weiterbildungen zu diesem Thema sind für die Mitarbeitenden obligatorisch.

Bündner Standard als Grundlage der Prävention

Zur Prävention von Grenzverletzungen setzen wir auf den Bündner Standard, ein Modell, das uns hilft, Grenzverletzungen frühzeitig zu erkennen, richtig einzuordnen und gezielt zu handeln. Der Standard bietet klare Orientierung und sorgt für sicheres Handeln in allen Situationen.

Grenzverletzungen können vielerlei Formen annehmen – physisch, psychisch, sexualisiert, materiell oder strukturell – und sind je nach Schweregrad auch strafrechtlich relevant. Der Bündner Standard unterscheidet vier Stufen von Grenzverletzungen, von alltäglichen Situationen bis hin zu schweren Vorfällen. Für jede Stufe sind konkrete Massnahmen definiert, die ein transparentes und einheitliches Vorgehen gewährleisten.

Beispiel einer Grenzverletzung aus dem Alltag

Ein Klient ohne Lautsprache zeigte beim Mittagessen immer wieder aggressive Verhaltensweisen, wenn ihm Salat mit Sauce gereicht wurde. Er warf den Teller zu Boden und schrie herum. Dies trotz des Angebots von drei verschiedenen Saucen. Durch Beobachtung und Analyse im Team stellte sich heraus, dass der Klient einfach keine Salatsauce mochte. Seit dieser Erkenntnis kam es zu keinen weiteren Vorfällen.

Das Beispiel zeigt, wie wichtig präzise Beobachtung und professionelle Reflexion für die Prävention von Grenzverletzungen sind.

Die Rolle der Fachgruppe Prävention

Die interne Fachgruppe für die Prävention von Grenzverletzungen arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung und Umsetzung von Massnahmen, um den sicheren Rahmen für alle Menschen in der Stiftung Schürmatt zu gewährleisten. Sie überprüft regelmässig alle relevanten Dokumente und entwickelt die Präventionsstrategie weiter. Neue Impulse von aussen wie Fachtagungen, Weiterbildungen, neue Ansätze und Bücher werden aufgenommen und zum Beispiel für die Aktualisierung des Weiterbildungsangebotes der Schürmatt Akademie genutzt. Aktuell wird das Konzept zur Prävention von Grenzverletzungen überarbeitet.

Grenzverletzungen sind ein zentrales Thema in unserer Arbeit und im täglichen Miteinander. Es ist wichtig, immer wachsam zu bleiben und diesem Thema die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken, um allen Menschen in unserer Stiftung einen respektvollen, sicheren Raum zu bieten.

Interne und externe Meldestelle

In der Stiftung Schürmatt gibt es eine interne Meldestelle, bei der sowohl Mitarbeitende als auch Klientinnen und Klienten Vorfälle melden können. Jede Meldung wird professionell bearbeitet und unterliegt der gesetzlichen Schweigepflicht.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich bei einer externen Stelle zu melden.

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